GHK-Cu: drei Glieder und ein Kupferion
29.09.2026
GHK-Cu ist das kürzeste Peptid dieses Katalogs und zugleich das einzige, dessen Summenformel ein Metall enthält. Genau das macht die Substanz analytisch zu einem Sonderfall.
Gly-His-Lys, plus ein Kupferion
Das Peptid besteht aus drei Aminosäuren: Glycin, Histidin, Lysin. Die Sequenz wird als Gly-His-Lys geschrieben und trägt in der Spezifikationstabelle den Zusatz Cu²⁺-Komplex. Die Summenformel C₁₄H₂₄CuN₆O₄ enthält das Kupfer also ausdrücklich, das Molekulargewicht von 403,93 g/mol schließt es ein.
Das Histidin in der Mitte ist der Grund dafür: Sein Ring bindet Metallionen. Ohne diese Bindestelle gäbe es den Komplex nicht, und GHK-Cu wäre schlicht ein Tripeptid.
Die CAS-Nummer 89030-95-5 bezeichnet den Komplex, nicht das freie Peptid. Wer ein Zertifikat prüft, sollte diese Nummer abgleichen — das reine Tripeptid ohne Kupfer ist eine andere Substanz mit eigener Nummer.
Warum das Kupfer die Analytik verändert
Bei einem gewöhnlichen Peptid bestätigt die Massenspektrometrie eine einzige erwartete Masse. Kupfer kommt in der Natur in zwei Varianten unterschiedlicher Masse vor, die beide regelmäßig vorkommen. Im Spektrum erscheint deshalb kein einzelnes Signal, sondern ein Muster aus zwei Signalen in einem festen Verhältnis.
Für die Auswertung ist das eher Hilfe als Hindernis: Dieses Muster ist ein Fingerabdruck. Fehlt es, ist das Kupfer nicht am Molekül, unabhängig davon, was auf dem Etikett steht.
Auch mit bloßem Auge ist der Komplex zu erkennen. Kupferverbindungen dieses Typs sind farbig, und das lyophilisierte Material ist entsprechend nicht weiß. Ein Kuchen ohne Farbe ist bei dieser Substanz ein Grund, ins Zertifikat zu sehen.
Sieben Berichte, alle aus der kleineren Vialgröße
Im Zertifikatsregister liegen sieben Analysenberichte zu dieser Substanz. Alle sieben stammen aus 50-mg-Chargen, geführt wird hier das 100-mg-Vial. Das wird auf der Produktseite offen ausgewiesen, statt die Berichte einer anderen Abfüllgröße zuzuordnen — ein Bericht gehört zu der Charge, aus der er stammt.
Zwei der sieben tragen keinen Zahlenwert zur Reinheit, vier nennen über 99,8 Prozent und einer 99,3 Prozent. Die Spezifikation lautet mindestens 98 Prozent; alle genannten Messwerte liegen darüber.
Das kürzeste Molekül im Katalog
403,93 g/mol sind rund ein Zehntel dessen, was Retatrutid wiegt. Drei Glieder bedeuten zwei Kopplungsschritte in der Festphasensynthese — entsprechend wenig kann schiefgehen, und entsprechend regelmäßig fallen die Reinheitswerte hoch aus. Daraus folgt kein Vorteil eines Anbieters; es folgt aus der Kettenlänge.
Die eigentliche Schwierigkeit liegt woanders: Der Komplex muss nach der Synthese überhaupt erst gebildet und das gebundene Kupfer quantifiziert werden. Das ist ein Arbeitsschritt, den ein reines Peptid nicht kennt.
Auch als Bestandteil zweier Mischungen
GHK-Cu steckt in GLOW 70 und KLOW 80 mg. Für Mischungen gilt die Spezifikation je Komponente; einen gemeinsamen Reinheitswert für eine Mischung gibt es nicht.
Das Material geht mit bakteriostatischem Wasser in Lösung; die Konzentration rechnet der Rekonstitutionsrechner aus.
Kurz zusammengefasst
Drei Aminosäuren, ein Kupferion, 403,93 g/mol, CAS 89030-95-5, sieben Analysenberichte aus 50-mg-Chargen bei einem 100-mg-Vial. Die übrigen Substanzen des Feldes stehen unter Dermal- und Pigmentforschung.
Häufige Fragen
Ist GHK-Cu dasselbe wie GHK?
Nein. GHK-Cu ist der Komplex aus dem Tripeptid und einem Kupferion, mit eigener Summenformel und eigener CAS-Nummer 89030-95-5. Das freie Tripeptid ohne Kupfer ist eine andere Substanz.
Warum ist das Pulver nicht weiß?
Weil Kupferverbindungen dieses Typs farbig sind. Bei dieser Substanz gehört die Farbe zum Molekül; ein farbloser Kuchen ist hier ein Grund, ins Analysenzertifikat zu sehen.
Warum sind die Berichte für 50 mg, das Produkt aber für 100 mg?
Weil ein Analysenbericht zu der Charge gehört, aus der er stammt. Die sieben vorliegenden Berichte stammen aus 50-mg-Chargen; das wird auf der Produktseite ausgewiesen.
Nur für Forschungszwecke. Nicht für den menschlichen Verzehr bestimmt.
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Wie dieser Beitrag entsteht, worauf er sich stützt und welche Angaben hier bewusst fehlen, steht unter Redaktion und Quellen.