Nur für Forschungszwecke. Nicht für den menschlichen Verzehr bestimmt.
ShopCOA-BibliothekRekonstitutionsrechnerWissenFAQKontaktWarenkorb
Startseite / Wissen

Wissen

Sachliche Texte zu Begriffen, Zertifikaten und Laborpraxis. Keine Angaben zur Anwendung an Menschen oder Tieren.

Forschungspeptide rekonstituieren

17.09.2026

Rekonstituieren heißt, ein gefriergetrocknetes Peptid wieder in Lösung zu bringen. Der Schritt entscheidet darüber, ob die Substanz im Versuch die Konzentration hat, die im Laborbuch steht. Dieser Text beschreibt das Vorgehen im Labor, nicht am Menschen.

Welches Lösungsmittel

Für die meisten Peptide ist bakteriostatisches Wasser die übliche Wahl. Es enthält einen konservierenden Zusatz und bleibt deshalb nach dem Anstechen länger brauchbar als steriles Wasser ohne Zusatz. Schlecht lösliche Peptide brauchen manchmal einen sauren Ansatz; dafür gibt es verdünnte Essigsäure. Beides führt der Shop unter Zubehör.

Welches Lösungsmittel passt, steht in der Regel in der Spezifikation der Substanz. Im Zweifel gilt das, was die eigene Versuchsplanung vorsieht.

Vorgehen am Vial

Konzentration rechnen

Die Rechnung ist einfach: Einwaage geteilt durch Volumen. Zehn Milligramm in zwei Milliliter ergeben fünf Milligramm pro Milliliter. Weil ein Milligramm tausend Mikrogramm hat und ein Milliliter tausend Mikroliter, entspricht das zugleich fünf Mikrogramm je Mikroliter — die Zahl bleibt, nur die Einheit wechselt.

Das Volumen für eine Entnahme ist die gewünschte Menge geteilt durch die Konzentration. Wer nicht rechnen mag, nimmt den Rekonstitutionsrechner: drei Zahlen hinein, Konzentration, Volumen je Aliquot und Zahl der Entnahmen heraus. Er rechnet im Browser, es wird nichts übertragen.

Weniger Lösungsmittel heißt höhere Konzentration

Das klingt banal, wird aber oft übersehen: Dasselbe Vial ergibt bei einem Milliliter die doppelte Konzentration wie bei zwei. Für kleine Aliquots ist eine niedrigere Konzentration bequemer, weil sich größere Volumina genauer abmessen lassen. Für lange Versuchsreihen mit wenig Volumen ist eine höhere Konzentration praktischer.

Aliquotieren und lagern

Wer die gesamte Lösung in einem Gefäß lässt, sticht es bei jeder Entnahme erneut an. Jedes Antasten bringt Luft und mögliche Keime ein. Üblicher ist, die Lösung gleich nach dem Ansetzen in kleine Portionen aufzuteilen und einzeln zu lagern.

Gelöste Peptide gehören kühl und dunkel. Wie lange sie brauchbar bleiben, hängt von Substanz, Konzentration und Lösungsmittel ab; zum trockenen Ausgangszustand und zur Lagerung gibt es einen eigenen Text.

Was die Rechnung nicht weiß

Die Formel geht davon aus, dass sich alles löst und dass das Pulver selbst kaum Volumen beiträgt. Bei großen Einwaagen in wenig Lösungsmittel stimmt das nicht mehr genau: Das Endvolumen liegt dann über dem zugegebenen. Wer es genau braucht, misst das Endvolumen, statt es anzunehmen.

Außerdem ist die Angabe auf dem Vial eine Nennmenge. Enthält die Charge Mannitol, gehört ein Teil der Masse zum Füllstoff. Der gemessene Peptidgehalt steht im Analysenzertifikat.

Häufige Fragen

Warum nicht schütteln?

Peptide sind empfindlich gegenüber mechanischer Belastung an der Grenzfläche zwischen Flüssigkeit und Luft. Vorsichtiges Kreisen oder einfaches Stehenlassen erreicht dasselbe, ohne die Substanz zu belasten.

Bakteriostatisches oder steriles Wasser?

Steriles Wasser enthält keinen konservierenden Zusatz und eignet sich für den einmaligen Ansatz. Bakteriostatisches Wasser bleibt nach dem Anstechen länger brauchbar und ist deshalb für mehrere Entnahmen üblich.

Das Pulver löst sich nicht vollständig, was nun?

Zeit geben und das Vial mehrfach vorsichtig kreisen lassen. Bleibt ein Rest, spricht das für ein schlecht wasserlösliches Peptid; hier ist ein saurer Ansatz mit verdünnter Essigsäure der übliche Weg.

Nur für Forschungszwecke. Nicht für den menschlichen Verzehr bestimmt.

Weitere Beiträge