Festphasensynthese
Definition Die Festphasensynthese ist das übliche Verfahren, um Peptide chemisch herzustellen. Die Kette wächst dabei Aminosäure für Aminosäure an einem festen Trägerharz.
Jeder Durchgang koppelt einen Baustein an und entfernt anschließend dessen Schutzgruppe, damit der nächste folgen kann. Überschüsse werden ausgewaschen, ohne dass das wachsende Peptid das Harz verlässt.
Am Ende wird die fertige Kette vom Träger abgespalten und aufgereinigt, meist über präparative HPLC. Aus diesem Schritt stammt auch das Gegenion, das später am Molekül haftet.
Weil jeder Durchgang eine kleine Fehlerquote hat, sinkt die Ausbeute mit der Kettenlänge. Deshalb sind lange Peptide aufwendiger und teurer als kurze.
Der Ablauf besteht aus drei wiederkehrenden Handgriffen: die temporäre Schutzgruppe am Kettenende entfernen, die nächste Aminosäure im Überschuss ankuppeln, alles Überschüssige auswaschen. Weil die wachsende Kette am Harz festsitzt, genügt zum Trennen ein Spülschritt statt einer vollständigen Aufreinigung.
Kein Durchgang läuft vollständig ab. Bleibt an einem Korn eine Kupplung aus, wächst die Kette ohne dieses Glied weiter, und es entsteht ein Molekül, das dem Ziel in der Masse sehr nahe kommt. Solche Fehlstellen sind der Hauptgrund, warum die Reinheit am Ende nie bei hundert Prozent liegt.
Abgespalten wird meist mit Trifluoressigsäure, die zugleich die Seitenkettenschutzgruppen entfernt und als Gegenion am Molekül zurückbleibt. Der ganze Ablauf mit Zahlen steht im Beitrag Wie ein Peptid hergestellt wird.