BPC-157: Sequenz, CAS und Zertifikate
29.09.2026
BPC-157 ist die am häufigsten gesuchte Substanz dieses Katalogs. Dieser Text sammelt, was sich über sie belegen lässt: die Sequenz, die Masse, die Identifikationsnummer und die fünf Analysenzertifikate, die im Register zu ihr liegen. Was sie in einem Organismus tut, steht hier nicht — das ist Gegenstand laufender Forschung und nicht Sache eines Lieferanten.
Fünfzehn Aminosäuren in fester Reihenfolge
BPC-157 ist ein Pentadecapeptid: eine Kette aus fünfzehn Aminosäuren. Die Sequenz lautet Gly-Glu-Pro-Pro-Pro-Gly-Lys-Pro-Ala-Asp-Asp-Ala-Gly-Leu-Val und bestimmt das Molekül vollständig. Zwei Präparate mit dieser Reihenfolge sind dieselbe Substanz, gleich wer sie hergestellt hat.
Die Summenformel ist C₆₂H₉₈N₁₆O₂₂, das Molekulargewicht 1419,55 g/mol, die CAS-Nummer 137525-51-0. Diese vier Angaben stehen auf der Produktseite und sollten mit jedem Zertifikat übereinstimmen, das zu einer Charge vorgelegt wird.
Auffällig ist der Anteil an Prolin: drei davon stehen direkt hintereinander. Prolin hat als einzige der zwanzig Standardaminosäuren einen Ring, der die Kette an dieser Stelle steif macht. Für die Festphasensynthese ist genau das die schwierige Stelle, weil der nächste Kopplungsschritt an einer starren Kette schlechter abläuft als an einer beweglichen.
Woher die Sequenz stammt
Die Reihenfolge ist einem Magenprotein entnommen, nicht frei erfunden. BPC-157 ist also ein Teilstück einer natürlich vorkommenden Kette, das synthetisch nachgebaut wird — dasselbe Prinzip wie bei TB-500, das ein Ausschnitt aus Thymosin beta 4 ist. Was daraus in Modellsystemen untersucht wird, ordnet der Vergleich BPC-157 und TB-500 ein.
Geliefert wird lyophilisiertes Pulver. Was Lyophilisation mit dem Material macht und warum die Kuchenform im Vial nichts über die eingewogene Masse aussagt, steht in Lyophilisation und Lagerung.
Fünf Zertifikate — und alle für die kleinere Vialgröße
Im Zertifikatsregister liegen zu dieser Substanz fünf Analysenberichte. Alle fünf stammen aus 5-mg-Chargen, geführt wird hier das 10-mg-Vial. Das ist kein Versehen und wird auf der Produktseite auch so ausgewiesen: ein Zertifikat gilt für die Charge, aus der es stammt, und nicht für eine andere Abfüllgröße.
Zwei der fünf Berichte sind älter und tragen überhaupt keinen Zahlenwert zur Reinheit. Das kommt vor und ist ehrlicher, als eine Zahl nachzutragen, die im Bericht nicht steht.
97,6 Prozent, und was das bedeutet
Die beiden neueren Berichte nennen gemessene Werte von 97,6 und 97,8 Prozent. Die Spezifikation dieses Shops lautet mindestens 98 Prozent. Diese zwei Chargen liegen also unter der zugesicherten Angabe, und das steht im eigenen Register für jeden nachlesbar.
Der Unterschied zwischen beidem ist kein Wortspiel. Die Spezifikation ist die Zusage zum Produkt; der Messwert gehört zu einer einzelnen Charge und wird von einem Labor an einem bestimmten Tag ermittelt. Ein Anbieter, dessen Register keine einzige Zahl unter der eigenen Zusage enthält, veröffentlicht entweder sehr wenige Berichte oder nicht alle.
Wer selbst nachsehen will, findet die Berichte ohne Konto im Register. Worauf dabei zu achten ist — Methode neben dem Wert, Chargennummer, Datum, Labor —, erklärt Ein Analysenzertifikat lesen.
Warum die Kettenlänge die Analytik leicht macht
Fünfzehn Glieder bedeuten vierzehn Kopplungsschritte. Das ist wenig, und entsprechend überschaubar ist der Anteil unvollständiger Ketten, den die Reinigung abtrennen muss. Bei den langen Molekülen dieses Katalogs, etwa Retatrutid mit rund viertausendsiebenhundert Gramm pro Mol, liegt der Aufwand um ein Vielfaches höher.
Auch die Massenspektrometrie hat es bei einer definierten Kette dieser Größe einfach: Die erwartete Masse ist eindeutig, und eine Abweichung fällt sofort auf. Nicht verwechseln sollte man die Reinheit mit dem Peptidgehalt, der wegen Salzen und Restfeuchte regelmäßig niedriger ausfällt.
In welchen Mischungen die Substanz noch steckt
BPC-157 ist Bestandteil der fertig gemischten Präparate GLOW 70 und KLOW 80 mg. Für Mischungen gilt die Spezifikation je Komponente, und jedes Zertifikat gehört zu genau einem Bestandteil — eine Mischung hat keinen gemeinsamen Reinheitswert.
Vor dem Ansetzen
Das Material geht mit bakteriostatischem Wasser in Lösung. Welche Konzentration sich aus Vialmasse und Lösungsmittelvolumen ergibt, rechnet der Rekonstitutionsrechner aus; das Vorgehen im Labor beschreibt Forschungspeptide rekonstituieren.
Kurz zusammengefasst
Fünfzehn Aminosäuren, 1419,55 g/mol, CAS 137525-51-0, fünf Analysenberichte im Register, davon zwei mit Messwerten unter der eigenen Spezifikation und alle aus der kleineren Vialgröße. Das ist der belegbare Teil. Alles andere, was zu dieser Substanz kursiert, gehört in die Fachliteratur und nicht auf die Seite eines Chemikalienlieferanten.
Häufige Fragen
Aus wie vielen Aminosäuren besteht BPC-157?
Aus fünfzehn. Die vollständige Sequenz steht in der Spezifikationstabelle der Produktseite, zusammen mit Summenformel, Molekulargewicht und CAS-Nummer.
Warum sind die Zertifikate für 5 mg, das Produkt aber für 10 mg?
Weil ein Analysenbericht zu der Charge gehört, aus der er stammt. Die vorliegenden fünf Berichte stammen aus 5-mg-Chargen; das wird auf der Produktseite ausgewiesen, statt sie einer anderen Abfüllgröße zuzuordnen.
Warum stehen im Register Werte unter der angegebenen Spezifikation?
Die Spezifikation von mindestens 98 Prozent ist die Zusage zum Produkt, der Messwert gehört zu einer einzelnen Charge. Zwei Berichte nennen 97,6 und 97,8 Prozent. Beide sind im Register einsehbar; herausgenommen wurde keiner.
Nur für Forschungszwecke. Nicht für den menschlichen Verzehr bestimmt.
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Wie dieser Beitrag entsteht, worauf er sich stützt und welche Angaben hier bewusst fehlen, steht unter Redaktion und Quellen.