SS-31: vier Glieder, zwei gespiegelt
29.09.2026
SS-31, auch Elamipretid genannt, ist ein Tetrapeptid mit einem ungewöhnlichen Bauprinzip: geladene und aromatische Glieder wechseln sich ab. Dieser Text sammelt, was sich dazu belegen lässt.
Geladen, aromatisch, geladen, aromatisch
Die Sequenz lautet D-Arg-Dmt-Lys-Phe-NH₂. Arginin und Lysin tragen je eine positive Ladung, Dmt und Phenylalanin je einen Ring. Die vier Glieder stehen im Wechsel, und genau dieses Muster ist das Bauprinzip dieser Molekülfamilie.
Dmt steht für Dimethyltyrosin, einen Baustein, der in Proteinen nicht vorkommt. Das vorangestellte D bei Arginin bezeichnet die gespiegelte Form; auch sie kommt in Proteinen praktisch nicht vor. Das NH₂ am Ende ist ein Amid, das die freie Säuregruppe verschließt und zum Molekül gehört.
Die Summenformel lautet C₃₂H₄₉N₉O₅, das Molekulargewicht 639,79 g/mol, die CAS-Nummer 736992-21-5. Alles steht auf der Produktseite.
Adressiert, nicht kodiert
In der Laborforschung wird SS-31 zu Cardiolipinbindung, mitochondrialer Bioenergetik und oxidativem Stress untersucht. Es unterscheidet sich darin von MOTS-c, dem zweiten mitochondrienbezogenen Molekül dieses Katalogs: MOTS-c ist in der DNA der Mitochondrien kodiert, SS-31 ist ein synthetisches Molekül, das dorthin adressiert wird.
Was daraus in einem Organismus folgt, ist Gegenstand laufender Forschung und gehört in die Fachliteratur. Hier stehen die Angaben aus der Spezifikationstabelle.
Zwei Berichte, beide aus der fünffachen Vialgröße
Im Zertifikatsregister liegen zwei Analysenberichte zu dieser Substanz. Beide stammen aus 50-mg-Chargen, geführt wird hier das 10-mg-Vial — der größte Größenunterschied im ganzen Katalog.
Er wird auf der Produktseite offen ausgewiesen, statt die Berichte einer anderen Abfüllgröße zuzuordnen. Ein Bericht gehört zu der Charge, aus der er stammt; alles andere wäre eine Behauptung über Material, das nie gemessen wurde.
Einer der beiden nennt eine gemessene Reinheit von über 99,8 Prozent, der andere keinen Zahlenwert. Die Spezifikation lautet mindestens 98 Prozent. Worauf in einem Bericht sonst zu achten ist, steht in Ein Analysenzertifikat lesen.
Warum gespiegelte und künstliche Bausteine
Enzyme, die Ketten zerlegen, sind auf die gewöhnliche Form der Bausteine geeicht. Ein gespiegeltes Glied passt in ihre Bindestelle nicht, und die Kette bleibt im Modell länger messbar. Dasselbe Prinzip nutzt Ipamorelin mit zwei gespiegelten Gliedern.
Analytisch hat das eine Folge, die zählt: Eine Massenbestimmung allein unterscheidet die gespiegelte nicht von der gewöhnlichen Form, denn beide wiegen gleich. Wer prüfen will, ob wirklich die richtige Variante vorliegt, geht über die CAS-Nummer und die im Bericht angegebene Sequenz, nicht über die Masse.
Vor dem Ansetzen
Geliefert wird lyophilisiertes Pulver; was die Lyophilisation damit macht, steht in Lyophilisation und Lagerung. Es geht mit bakteriostatischem Wasser in Lösung; die Konzentration rechnet der Rekonstitutionsrechner aus.
Kurz zusammengefasst
Vier Glieder im Wechsel aus Ladung und Ring, zwei davon unüblich, 639,79 g/mol, CAS 736992-21-5, zwei Analysenberichte aus 50-mg-Chargen bei einem 10-mg-Vial. Die übrigen Substanzen des Feldes stehen unter Zellalterungsforschung.
Häufige Fragen
Ist SS-31 dasselbe wie Elamipretid?
Ja, es sind zwei Namen für dieselbe Substanz mit der CAS-Nummer 736992-21-5. Die Produktseite führt beide.
Was ist Dmt?
Dimethyltyrosin, ein Baustein mit zwei zusätzlichen Methylgruppen am Ring. In Proteinen kommt er nicht vor; im Bericht steht er in der angegebenen Sequenz.
Warum stammen beide Berichte aus 50-mg-Chargen?
Weil ein Bericht zu seiner eigenen Charge gehört. Verkauft wird hier das 10-mg-Vial; der Unterschied wird auf der Produktseite ausgewiesen, statt die Berichte umzudeuten.
Nur für Forschungszwecke. Nicht für den menschlichen Verzehr bestimmt.
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Wie dieser Beitrag entsteht, worauf er sich stützt und welche Angaben hier bewusst fehlen, steht unter Redaktion und Quellen.