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NAD+: kein Peptid, und warum das zählt

29.09.2026

NAD+ ist die einzige Position dieses Katalogs, die keine Aminosäurekette ist. Das ändert, was auf einem Analysenbericht überhaupt stehen kann — und im Register liegt zu dieser Substanz bisher gar nichts.

Zwei Nukleotide, zwei Phosphate

NAD+ steht für Nicotinamid-Adenin-Dinukleotid. Es besteht nicht aus Aminosäuren, sondern aus zwei Nukleotiden, die über zwei Phosphatgruppen verbunden sind. Es ist damit kein Peptid und hat auch keine Sequenz im hier üblichen Sinn.

Die Summenformel lautet C₂₁H₂₇N₇O₁₄P₂, das Molekulargewicht 663,43 g/mol, die CAS-Nummer 53-84-9. Geführt wird es als Dinatriumsalz im 500-mg-Vial — die größte Abfüllung des Katalogs. Alles steht auf der Produktseite.

In der Laborforschung wird es zu Mitochondrienfunktion, Sirtuinaktivität und Zellalterungsmodellen untersucht. Es sitzt damit im selben Feld wie Epithalon und SS-31, ist aber stofflich etwas ganz anderes.

Dinatriumsalz: warum das auf dem Etikett steht

Die beiden Phosphatgruppen sind sauer und liegen als Salz vor, hier mit Natrium. Die angegebenen 663,43 g/mol beziehen sich auf die freie Säure; das Salz wiegt mehr. Wer aus der eingewogenen Masse eine Konzentration in Stoffmengeneinheiten rechnet, muss wissen, welche der beiden Zahlen er verwendet.

Es ist derselbe Gedanke wie beim Peptidgehalt und beim Gegenion der Peptide, nur dass er hier nicht im Kleingedruckten steht, sondern im Produktnamen. Der Rekonstitutionsrechner rechnet mit der eingewogenen Masse, nicht mit der Stoffmenge.

Im Register liegt dazu kein Bericht

Zu dieser Substanz gibt es im Zertifikatsregister derzeit kein Analysenzertifikat. Die Produktseite zeigt deshalb keine Chargentabelle und verweist auf das Register.

Das wird hier benannt und nicht umschrieben. Ein Katalog, in dem sechsundzwanzig Positionen stehen und einundzwanzig Berichte tragen, ist kein Katalog mit Berichten — er ist einer, bei dem man je Position nachsehen muss. Welche Substanzen wie viele Berichte haben, zeigt das Register selbst.

Was ein Bericht bei einem Molekül wie diesem überhaupt leisten würde, unterscheidet sich zudem von einem Peptid: Bei einer Aminosäurekette bestätigt die Massenspektrometrie eine erwartete Masse und die HPLC einen Flächenanteil. Bei einem Coenzym mit zwei Phosphaten kommt die Frage nach der Salzform und nach dem Wassergehalt hinzu — siehe Trocknungsverlust.

Warum es trotzdem hier steht

Weil es in denselben Modellsystemen auftaucht wie mehrere Peptide dieses Katalogs und weil ein Labor, das an Mitochondrien arbeitet, es ohnehin braucht. Dasselbe gilt für die Laborreagenzien: bakteriostatisches Wasser und Essigsäure 0,6 Prozent sind auch keine Peptide und gehören trotzdem dazu.

Der Unterschied ist, dass NAD+ nicht als Lösungsmittel geführt wird, sondern als untersuchte Substanz. Deshalb steht es im Katalog unter Zellalterungsforschung und nicht bei den Reagenzien.

Kurz zusammengefasst

Kein Peptid, sondern ein Dinukleotid mit zwei Phosphaten, 663,43 g/mol, CAS 53-84-9, als Dinatriumsalz im 500-mg-Vial, und im Register kein Analysenbericht. Was sich über die Substanzen mit Berichten sagen lässt, steht in den übrigen Beiträgen unter Wissen.

Häufige Fragen

Ist NAD+ ein Peptid?

Nein. Es besteht nicht aus Aminosäuren, sondern aus zwei über Phosphatgruppen verbundenen Nukleotiden. Es steht in diesem Katalog, weil es in denselben Modellsystemen vorkommt.

Gibt es ein Analysenzertifikat dazu?

Derzeit nicht. Im Register liegt zu dieser Substanz kein Bericht, und die Produktseite zeigt deshalb keine Chargentabelle.

Warum steht „Dinatriumsalz“ dabei?

Weil die beiden Phosphatgruppen sauer sind und als Natriumsalz vorliegen. Das angegebene Molekulargewicht von 663,43 g/mol bezieht sich auf die freie Säure; das Salz wiegt mehr.

Nur für Forschungszwecke. Nicht für den menschlichen Verzehr bestimmt.

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Wie dieser Beitrag entsteht, worauf er sich stützt und welche Angaben hier bewusst fehlen, steht unter Redaktion und Quellen.