Was ein Zertifikat bei einer Mischung sagt
30.09.2026
Eine Mischung ist kein Stoff, sondern mehrere Stoffe in einem Vial. Damit fällt fast alles weg, worauf man bei einer einzelnen Substanz schaut — eine CAS-Nummer, eine Masse, ein Reinheitswert. Dieser Text sagt, was bleibt.
Drei Mischungen, keine eigene Identität
Der Katalog führt GLOW 70 aus BPC-157, GHK-Cu und TB-500, KLOW 80 mg mit KPV als vierter Komponente und CJC-1295 ohne DAC + Ipamorelin zu je 5 mg.
Keine der drei hat eine eigene CAS-Nummer und keine ein eigenes Molekulargewicht. Das ist kein Versäumnis der Spezifikationstabelle: Eine CAS-Nummer bezeichnet einen definierten Stoff, und eine Mischung ist keiner. Wer nach einer CAS-Nummer für GLOW 70 sucht, sucht etwas, das es nicht geben kann.
Die Spezifikation gilt je Komponente
Auf den Produktseiten der Mischungen steht die Spezifikation von mindestens 98 Prozent mit dem Zusatz „je Komponente“. Der Zusatz ist der ganze Punkt: Gemeint ist, dass jeder einzelne Bestandteil diese Zusage trägt, nicht die Mischung als Ganzes.
Einen gemeinsamen Reinheitswert für eine Mischung kann es nicht geben, denn Reinheit ist der Flächenanteil des Zielsignals im Chromatogramm. Bei drei gewollten Bestandteilen gibt es drei Zielsignale, und die Frage „wie viel Prozent ist das Ziel“ hat keine Antwort mehr. Eine Zahl, die trotzdem dastünde, wäre erfunden.
Was ein Bericht zu einer Mischung leisten kann
Sinnvoll sind Berichte je Bestandteil: Identität und Masse jeder Komponente, ihr Flächenanteil, und die Angabe, in welchem Verhältnis sie im Vial liegen. Bei der Mischung aus CJC-1295 und Ipamorelin steht dieses Verhältnis sogar im Katalog, 5 mg plus 5 mg — bei den anderen beiden nicht.
Im Zertifikatsregister liegt zu keiner der drei Mischungen ein Bericht. Was dort liegt, sind Berichte zu den Einzelsubstanzen: zu BPC-157, GHK-Cu, TB-500, KPV, CJC-1295 ohne DAC und Ipamorelin. Jeder davon gilt für seine eigene Charge — und eine Charge einer Einzelsubstanz ist nicht die Charge im Mischvial.
Das ist die ehrliche Auskunft und keine angenehme: Wer die Papiere zu genau dem Vial braucht, das er kauft, findet sie bei den Mischungen nicht. Wer wissen will, wie die Bestandteile sonst abschneiden, findet das im Register.
Was beim Ansetzen anders ist
Die Bestandteile einer Mischung müssen dasselbe Lösungsmittel vertragen, sonst wäre die Mischung nicht sinnvoll — bei den drei hier ist das bakteriostatisches Wasser. Welche Konzentration sich ergibt, ist aber nicht mehr eine Zahl, sondern eine je Bestandteil.
Der Rekonstitutionsrechner rechnet mit einer Masse. Bei KLOW mit vier Komponenten in 80 mg heißt das: Wer die Konzentration einer einzelnen Komponente braucht, muss deren Anteil kennen, und der steht im Katalog nicht. Für die Gesamtmasse im Vial ist die Rechnung dagegen dieselbe wie bei jeder Einzelsubstanz.
Der Unterschied zwischen Reinheit und Peptidgehalt gilt bei Mischungen genauso, nur je Bestandteil — siehe Was wirklich im Vial ist.
Kurz zusammengefasst
Eine Mischung hat keine eigene CAS-Nummer, keine eigene Masse und keinen gemeinsamen Reinheitswert. Die Spezifikation gilt je Komponente, und im Register liegen Berichte zu den Einzelsubstanzen, nicht zu den Mischvials. Alle drei stehen unter Forschungsmischungen.
Häufige Fragen
Warum hat eine Mischung keine CAS-Nummer?
Weil eine CAS-Nummer einen definierten Stoff bezeichnet. Eine Mischung besteht aus mehreren Stoffen, die jeder ihre eigene Nummer haben.
Warum gibt es keinen Reinheitswert für die Mischung?
Weil Reinheit der Flächenanteil des Zielsignals im Chromatogramm ist. Bei mehreren gewollten Bestandteilen gibt es mehrere Zielsignale; ein gemeinsamer Prozentwert wäre erfunden.
Liegen Analysenberichte zu den Mischungen vor?
Nein. Im Register liegen Berichte zu den Einzelsubstanzen; eine Charge einer Einzelsubstanz ist aber nicht die Charge im Mischvial.
Nur für Forschungszwecke. Nicht für den menschlichen Verzehr bestimmt.
Weitere Beiträge
- Was ist ein Forschungspeptid?
- Ein Analysenzertifikat lesen
- Forschungspeptide rekonstituieren
- Alle Wissensbeiträge im Überblick
Wie dieser Beitrag entsteht, worauf er sich stützt und welche Angaben hier bewusst fehlen, steht unter Redaktion und Quellen.